für meine Kinder  ° 
 
     
   
 
 
 
 
 
         
   


                                        Thomas Alteck

Rechtsanwälte
Dr. Müller & Kollegen
z. Hd. Herrn Stoll
Esslinger Str. 80
7012 FELLBACH

                                        12.2.1993

Sehr geehrter Herr Stoll,

anbei die Beschreibung des Hauses mit der eidesstattlichen
Mit bestem Gruß

T. Alteck


Das Haus Strasse, Plz - Ort wurde in einem unvorstellbaren Chaos und Schmutz vorgefunden. Dieser Zustand, nach nur viermonatiger Benutzung durch die Antragsgegnerin hat nichts mit Unordnung oder "kleinbürgerlichen Ordnungsmaßstäben" zu tun, wie es Prof. Täschner in seinem Gutachten mutmaßte.

Allein das Aufräumen und Reinigen von Küche und Bad erforderte mehr als 30 Stunden Arbeit. Es gab keinen Schrank in dem nicht zahlreiche Gegenstände aus anderen Räumen waren. Das Aufräumen erforderte in erster Linie ständig Entscheidungen im Sinne: das gehört ins Bad, das ins Kinderzimmer, das in den Wohnzimmerschrank, das ist ein Kleidungsstück der Kinder, das ist Werkzeug aus der Garage etc. In den beiden Räumen vielen 4 große Müllsäcke Abfall an: leere Verpackungen, verdorbene Lebensmittel, kaputte Kleinteile, alte Zeitschriften etc.

Unter hygienischen Gesichtspunkten war ein Wohnen nach meinen Maßstäben mehr als bedenklich. Es gab viele verdorbene Lebensmittel, der Kühlschrank war schimmelig, Gefriergut unsachgemäß - unverschlossen - gelagert. Ich fand einen Topf voll mit einer gekochten Mahlzeit - schimmelig, eine Einkaufstasche voll mit Lebensmitteln, Obst und Gemüse - niemals ausgepackt und schimmelig. In den Kinderzimmern lagen vertrocknete Kekse und Brotreste umher. Ferner gab es einen großen Eimer mit verschimmelten und angegorenen Kastanien. Im Bad war der Urin im Töpfchen eingetrocknet. Im Vorratskeller - jede Menge Schimmel. Im gesamten Haus haben sich bislang 12 Maschinen Schutzwäsche zusammengefunden. Die meisten Blumen sind vertrocknet.

Alles war äußerst stark verschmutzt, viele Dinge sind defekt. Darüber hinaus ist es bemerkenswert, dass sich im Haus 38 ungeöffnete Briefe an die Antragsgegnerin - seit Aug. '92 - befanden, 12 Plastik-Wäschekörbe, 27 überzählige Blumenübertöpfe und 122 Medikamente, obwohl im August keine Medikamente mehr im Haus waren. In allen Räumen fanden sich Unmengen von Kerzen. Abschließend ist zu bemerken, dass immer wieder Dinge ins Auge stechen, die zweckentfremdet wurden oder unsachgemäß behandelt wurden.

Sowohl aus gesundheitlicher Sicht, als auch unter dem Sozialaspekt 'Ordnung' sehe ich eine Gefährdung im Verbleib der Kinder bei der Antragsgegnerin.

Ich versichere mit meiner Unterschrift eidesstattlich, dass der geschilderte Zustand den wahren Gegebenheiten entsprach.

Jutta Behring 
Thomas Alteck




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