für meine Kinder  
   
     
   
   
 
 
 
 
         
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                                            Andrew Albers
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Stellungnahme:

Als Freund der Familie Alteck und aufgrund der Situation, bin ich gerne bereit dem Wunsch des Herrn Alteck zu folgen und eine Stellungnahme abzugeben.

 

Familie Alteck kommt seit fünf Jahren jeden Sommer für 3-6 Wochen in unser Haus auf Texel. Ich glaube die Kinder und die Eltern gut zu kennen, da wir sehr guten Kontakt haben. Im Sommer '91 war Frau Alteck eine Zeit allein mit den Kindern hier, in diesem Sommer ist Herr Alteck seit dem 8. Juli bei uns.

Von der Ausbildung bin ich Pädagoge. Seit 12 Jahren arbeite ich bei 'Schoolbegleiding Dienst' in Den Helder, eine staatliche Einrichtung, deren Aufgabe es ist, bei pädagogischen und didaktischen Problemen, den Schulen (Lehrer, Schüler und Eltern) Hilfe zu geben. Meine Arbeit gilt 4-12 jährigen Kindern.

Seit 2 Jahren bin ich Direktor dieser Einrichtung in der Provinz Noord-Holland.

Wegen der Behauptung des sexuellen Missbrauchs, die Frau Alteck gegen ihren Mann erhoben hat, habe ich in diesem Jahr den Kindern besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ich hatte bereits beruflich verschiedentlich mit sexuell missbrauchten Kindern zu tun. Bei den Kindern der Familie Alteck, insbesondere Anna, habe ich daher in den letzten Wochen die Dinge ausprobiert, die ich aus meiner Erfahrung und Ausbildung kenne. Keines der Kinder zeigte irgendwelche Abwehrreaktionen bei körperlichem Kontakt. Auch die für sexuell missbrauchte Kinder typische Versteifung, wenn man sie fest umarmt, war weder in der Vergangenheit noch in diesem Jahr festzustellen.

Es gab auch keine Veränderungen im Verhalten der Kinder. In allen Jahren, so auch in diesem, haben sich die Kinder hier ausgesprochen ungezwungen und lebhaft bewegt. Zum ersten mal sind alle Kinder in diesem Jahr offenbar vollkommen gesund, was in meinen Augen auch in der Vergangenheit der Fall war, der Unterschied ist, dass es dieses Jahr keine Rede von Schnupfen, allergischen Hautreaktionen und Mittelohrentzündungen ist.

Yvonne, die jüngst Tochter, war in der Vergangenheit eher zurückhaltend und sprach wenig, wobei man sehen muß, dass sie ja auch jünger war. In diesem Jahr habe ich Yvonne zu Beginn genauso, das heißt, eigentlich unverändert erlebt. Dabei fielen mir besonders ihre Augen auf, deren Blick man als nach innen gerichtet beschreiben kann. Binnen einer Woche veränderte sich ihr Verhalten und auch der Ausdruck ihrer Augen. Sie ist aufgetaut und spielt ebenso wie die anderen Kinder. Zum ersten mal erlebe ich, dass ich mit ihr auch sprechen kann, wohingegen sie im letzten Jahr die verbale Kommunikation verweigerte. Ich konnte beobachten, dass sie sowohl mit meiner ganzen Familie, als auch mit ihren Großeltern, die für ein paar Tage hier waren und die sie seit drei Jahre nicht gesehen hatte, normal sprach; also auch selbst die Initiative ergriff und ihre Position vertrat.

Wir hatten im letzten Sommer mit Frau Alteck sehr viele intensive Gespräche über die Familiensituation. Als wir im November durch Herrn Alteck von ihrer Behauptung erfuhren, waren wir nicht überrascht, da es bereits im Sommer eine Andeutung ihrerseits gegeben hatte. Eingedenk der Tatsache, dass die definitive Diagnose oder der Ausschluß von sexuellem Missbrauch sehr schwierig ist, konnte ich mir damals und kann ich mir auch heute, so wie ich die Kinder und Herrn Alteck miteinander erlebe, nicht vorstellen, dass dieser die Kinder missbraucht haben könnte.

>> Wenn sexueller Missbrauch derart fröhliche, lebhafte und spontane Kinder hervorbringt, sollte unsere Gesellschaft sexuellen Missbrauch eigentlich unterstützen müssen. <<

Ich habe gesehen, dass sich die Lebenssituation der Kinder mit ihrem Vater hier sehr schnell stabilisierte. Dazu hat sicherlich auch beigetragen, dass die Kinder hier nicht fremd sind. Es ist sehr schwer etwas eigentlich normales darzustellen, ohne dass es einen übertriebenen Ausdruck bekommt. Ich erlebe den Umgang des Vaters mit den Kindern als natürlich, weder übertrieben, noch unsicher oder unbeholfen. Er ist mit allen häuslichen Aufgaben offensichtlich gut vertraut und der Arbeit gewachsen.

Falls erforderlich, bin ich gerne bereit diese Aussagen mündlich zu erklären oder zu wiederholen.


Andrew Albers
Den Burg, den 26.7.92




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